Historie

Der Gräfliche Landsitz Hardenberg – ein historischer Ort mit langer Tradition

Die Ursprünge der vom Erzbischof von Mainz erbauten Burg Hardenberg reichen bis ins zehnte Jahrhundert zurück. Die Burg setzte der geistliche Fürst einzig zur Verteidigung seines Besitzes und zum Schutz der Bevölkerung ein. Zur ständigen Aufsicht und Verwaltung wurden sogenannte Burgmänner beauftragt, zu denen auch die Familie von Hardenberg gehörte. Als um 1400 dem Bistum Mainz das Geld ausging, wurde die Burg mitsamt der Ländereien ihren Verwaltern, den Grafen von Hardenberg, übereignet.

Die Hardenberg BurgRuine macht die Geschichte derer von Hardenberg allgegenwärtig und erlebbar

Aus den Tagebuchaufzeichnungen eines gräflichen Hauslehrers geht hervor, dass 1698 in einem erdbebenähnlichen Gewitter ganze Teile der Burganlage zum Einsturz kamen.

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Die Familie siedelte daraufhin übergangsweise ins Hardenberg’sche Stadthaus nach Göttingen, das heutige Heimatmuseum, um und begann mit dem Bau eines großen, repräsentativen Hauses am Fuße der verlassenen Burgruine: Das Schloss wurde im Jahre 1709 fertiggestellt. In den folgenden Jahren entstand auf dem Anwesen der große Wirtschaftshof mit allen Gebäuden, so wie er sich heute als Gräflicher Landsitz Hardenberg dem Besucher darbietet.

BurgRuineSchlossPark

Das Schloss wird noch heute von den Grafen von Hardenberg bewohnt. Von hier aus bewirtschaften sie das Gut und die dazugehörige Landwirtschaft. Hauptanbauprodukt auf den Feldern ist der Weizen für die Gräflich von Hardenberg’sche Kornbrennerei. Die daraus entstandene Hardenberg-Wilthen AG, deren Getränke-Abfüllanlage sich in Wilthen in der Oberlausitz befindet, ist der drittgrößte Spirituosen-Hersteller in Deutschland. Carl Graf von Hardenberg führt das Unternehmen heute in der neunten Generation. Seit seiner Gründung im Jahr 1700 prangt das Wappentier der Familie der Grafen von Hardenberg – ein Keilerkopf – als Gütesiegel auf den Flaschen.

Die Sage erzählt, dass ein Wildschwein die Burgherren vor einem nächtlichen Angriff durch die benachbarten Plesseritter warnte. Das laute Grunzen des aufgeschreckten Tieres erschütterte in jener Nacht die Burg und weckte so die schlafenden Hardenberger. Entschlossen stürzten sie sich in den Kampf und schlugen die feindlichen Angreifer in die Flucht. War bis dato ein Schlüssel das Zeichen der Hardenbergs, so ziert seitdem der Keilerkopf das Wappen des Hauses.

Die Hardenberg BurgRuine ist nach liebevoller Konservierung heute für Besucher zugänglich. In dem alten Gewölbekeller hat das Standesamt Nörten-Hardenberg im Jahr 2001 eine Außenstelle eröffnet. Die imposanten Sand-Steinmauern, ein 250 Jahre alter Refektorientisch und Eichenstühle mit eingelassenem Keilerwappen sind historische Zeugen, wenn sich ein Brautpaar dort das Jawort gibt. Heiratswillige, die eine klassische Hochzeit bevorzugen, finden in der Waisenhauskapelle in Nörten-Hardenberg den passenden Rahmen. Dort können sie auf Sandsteinboden zum Altar schreiten. Kanzel und Altar stammen aus der Burgkapelle von 1630 und wurden Ende des 18. Jahrhunderts in das einst für Waisen gestiftete Haus verlegt. Die Orgel von 1844 sorgt für das musikalische Begleitprogramm. 2012 wurde die Kapelle vollständig saniert und renoviert. Auf den gepolsterten Sitzgelegenheiten finden bei Gottesdiensten, Konzerten oder Lesungen nun bis zu 100 Gäste Platz.

Hardenberg BurgRuineHardenberg BurgRuine

Die lange Tradition ist jedoch auch anderorts erlebbar und spürbar. Das Gourmet Restaurant „Novalis“ weist auf einen Vorfahren der Familie Hardenberg hin. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich der Name Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, der wohl bedeutendste Schriftsteller und Dichter der Romantik und ein Vorfahre des heutigen Eigentümers. Ein Portrait von ihm befindet sich am Eingang zum Restaurant. Ein weiterer Vorfahre der gräflichen Familie von Hardenberg ziert eine Steinwand im Restaurant: Der preußische Staatskanzler Karl August von Hardenberg. Im Hardenberg Atrium können die Gäste mehr über diesen erfahren: Die Dauerausstellung „Revolution von oben“ über das Leben und Werk des preußischen Staatskanzlers wird im Alten ZollLager gezeigt.